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Antrag auf einen Pflegegrad stellen

Menschen, die pflegebedürftig sind, erhalten einen Pflegegrad und damit Anspruch auf entsprechende Leistungen und Vergünstigungen durch die Pflegeversicherung. Aber wie stellt man überhaupt einen Antrag auf einen Pflegegrad?

Die Beantragung kann auf schriftlichem oder telefonischem Weg erfolgen. Der schriftliche Antrag wird bei der zuständigen Pflegekasse mit Bitte um Begutachtung eingereicht, ein formloses Anschreiben reicht aus. Sie können aber auch bei Ihrer zuständigen Pflegekasse anrufen und am Telefon eine Pflegebegutachtung beantragen. Im Anschluss daran erhalten Sie ein Formular, das der Pflegebedürftige bzw. sein gesetzlicher Betreuer ausfüllen und zurück an die Pflegekasse schicken muss.

Weitere Informationen und alles was Sie bei der Antragstellung beachten sollten, finden Sie in unserem kostenlosen Infopaket. Hier haben wir auch einige Musteranschreiben.

Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Wurde der Antrag auf einen Pflegegrad bei der zuständigen Pflegekasse eingereicht, erstellt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein unabhängiges Gutachten.

Für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und die Einstufung in die verschiedenen Pflegegrade erfolgt ein Besuch durch den MDK beim Antragssteller. Unter Berücksichtigung von sechs Modulen und Bewertung eines genau festgelegten Punktesystems wird beurteilt, in welchem Umfang die pflegebedürftige Person selbstständig Tätigkeiten bewältigen kann.
Alle genauen Inhalte der Module und des Punktesystems können Sie unserem kostenlosen Infopaket entnehmen. Hier wird die Einteilung der Module noch einmal genau erklärt.

Welche Pflegegrade gibt es?

Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade. Der jeweilige Pflegegrad steht für die Intensität der benötigten Pflege. In welchen Pflegegrad die Einstufung des Pflegebedürftigen erfolgt, wird durch die Bewertungen des MDK Gutachters in den sechs Modulen und eines Punktesystems festgelegt.

  • Pflegegrad 1

    12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte

    Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten.

  • Pflegegrad 2

    27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte

    Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten.

  • Pflegegrad 3

    47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte

    Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten.

  • Pflegegrad 4

    70 bis unter 90 Gesamtpunkte

    Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten.

  • Pflegegrad 5

    90 bis unter 100 Gesamtpunkte

    Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

MDK / MEDICPROOF
(wie bereite ich mich vor?)

Nachdem der Antrag auf einen Pflegegrad bei der zuständigen Pflegekasse eingereicht wurde, erfolgt ein Besuch eines Gutachters des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung. Bei gesetzlich Versicherten erfolgt das Gutachten über den MDK, bei privat Versicherten ist der MEDICPROOF zuständig.Ziel des Besuchs ist es, dem Gutachter eine Einschätzung darüber zu geben, wie selbstständig der Pflegebedürftige seinen Alltag bewältigen kann. Je mehr Unterstützung ein pflegebedürftiger Mensch durch fremde Hilfe benötigt, umso höher fällt in der Regel die Bewertung für den Pflegegrad aus.

Je mehr Hilfe ein pflegebedürftiger Mensch durch eine fremde Hilfe also benötigt, umso höher fällt in der Regel die Bewertung für den Pflegegrad aus. Beim Besuch des MDK sollte nichts hinzugefügt werden, was nicht der Wahrheit entspricht. Ebenso sollte nichts verschwiegen werden. Durch entsprechende Tests und Fragen werden die Aussagen durch den Gutachter geprüft.

Genaue Tipps, die Ihnen den Besuch des Gutachters im Vorfeld erleichtern, haben wir in unseren kostenlosen Broschüren im Detail für Sie zusammengefasst. Es ist sehr hilfreich, gut vorbereitet zu sein. Wir helfen Ihnen dabei!

Widerspruch gegen den Pflegegradbescheid

Sie haben die Möglichkeit, einen Widerspruch gegen die Entscheidung der Pflegekasse einzureichen. Der Widerspruch muss innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids vorgelegt werden.

Es ist keine Seltenheit, dass ein Pflegegrad beim ersten Antrag abgelehnt wird oder das Ergebnis nicht den Erwartungen des Pflegebedürftigen und dessen Angehörigen entspricht. Die Gründe hierfür können verschieden sein. Eventuell konnte dem MDK Gutachter die Pflegebedürftigkeit nicht richtig vermittelt werden, vielleicht wurden auch entscheidende Tatsachen rund um den Zustand des Betroffenen nicht mitgeteilt. In solchen Fällen sollten Sie Widerspruch einreichen. Dabei ist ein formloser Antrag ausreichend. Sie können den Widerspruch als Einschreiben mit Rückschein, Fax mit Sendebericht oder auch persönlich in einer Geschäftsstelle der Pflegekasse einreichen.

Als Vorbereitung auf den Besuch des MDK ist es ratsam im Vorfeld ein sogenanntes Pflegetagebuch zu führen, in dem die alltäglichen Tätigkeiten aufnotiert und hinsichtlich eigener Bewältigung oder benötigter Hilfe bewertet werden. Weitere hilfreiche Tipps und eine Muster-Vorlage für ein Pflegetagebuch, finden Sie in unseren kostenlosen Broschüren, übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Anlaufstellen für Beratung & Informationen

Versicherte, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten oder einen Antrag auf Leistungen gestellt haben und bei denen Hilfebedarf besteht, haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Pflegeberatung.

Neben der Pflegekasse und den ambulanten Pflegediensten, gibt es einige weitere Anlaufstellen, die beraten und helfen können. Jedoch ist zu beachten, dass die Beratung nicht bei jedem Anbieter kostenlos ist. Bei privaten Pflegeberatern oder Internet-Beratungsstellen sollten Sie sich vor Inanspruchnahme der Beratung stets nach den Kosten erkundigen. Wichtig ist es, nicht unvorbereitet in ein Beratungsgespräch zu gehen. Je umfangreicher Sie den Pflegeberater informieren, desto besser wird er Sie beraten können.

Leistungen

Die Höhe der monatlichen Leistungen richtet sich nach dem ermittelten Pflegegrad sowie der individuellen Pflegesituation. Je nachdem, ob die Betreuung durch Angehörige oder professionelle Kräfte sichergestellt wird, besteht Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistung.

Pflegegeld wird für die häusliche Betreuung und Pflege des Pflegebedürftigen durch Angehörige beansprucht. Pflegesachleistungen sind alle pflegerischen Hilfen, die Zuhause von professionellen Kräften für ambulante Patienten geleistet werden. Darüber hinaus ist es bereits ab dem Pflegegrad 1 möglich, bis zu 4.000 EUR Zuschuss bei Kauf eines Treppenlifts zu erhalten.

Eine genaue Auflistung der Leistungen für die jeweiligen Pflegegrade können Sie unserer tabellarischen Auflistung aus unserem kostenlosen Infomaterial entnehmen, sowie weitere Informationen über verschiedene Pflegehilfsmittel und technische Hilfen.

Pflegemittel und technische Hilfen

Zur Erleichterung der Pflege, zur Linderung der Beschwerden sowie für eine selbstständige Lebensführung, stehen dem Pflegebedürftigen bei häuslicher Pflege verschiedene Pflegehilfsmittel und technische Hilfen zur Verfügung. Die Pflegehilfsmittel lassen sich in drei Gruppen gliedern:

  • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, wie z.B. Mundschutz, Saugende Bettschutzeinlagen oder Einmalhandschuhe
  • Technische Hilfsmittel, wie z.B. Rollatoren, Hausnotrufgeräte oder Pflegebetten
  • Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes, wie beispielsweise der Einbau eines Treppenlifts
  • Die Pflegekasse überprüft die Notwendigkeit der beantragten Pflegehilfsmittel.

Oft gestellte Fragen

  • Ich habe bereits einen Zuschuss für den Umbau meines Badezimmers beantragt. Kann ich einen weiteren Zuschuss beantragen?

    Aufgrund einer veränderten Pflegesituation kann eine weitere wohnumfeldverbessernde Maßnahme bezuschusst werden. Dies muss mit der Pflegeversicherung abgeklärt werden.

  • Kann man neben dem Pflegekostenzuschuss in Höhe von bis zu 4.000 Euro noch weitere Zuschüsse erhalten?

    Auch hier ist eine Pauschalaussage nicht zu treffen, da dies nach den ganz persönlichen Gegebenheiten anders ausfällt, durch z.B. steuerliche Absetzbarkeit oder Sozialleistungen, die noch ggf. berücksichtigt werden können.

  • Wie hoch ist der Pflegekostenzuschuss?

    Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wie z.B. der Einbau eines Treppenlifts, können pro Person mit bis zu 4.000 Euro bezuschusst werden. Ein Ehepaar kann mit einem Zuschuss von bis zu 8.000 Euro rechnen, wenn beide einen Pflegegrad haben. Weitere Informationen zum Pflegekostenzuschuss finden Sie hier (Bundesministerium für Gesundheit).

  • Ist es für den Zuschuss entscheidend, welchen Pflegegrad ich habe?

    Bereits ab Pflegegrad I ist es möglich, einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen in Höhe von bis zu 4.000 Euro zu erhalten.

  • Was ist der Unterschied zwischen Pflegegeld, Pflegesachleistung oder Kombinationsleistung?

    Das Pflegegeld ist eine Ausgleichszahlung pflegebedingter Mehrkosten für die häusliche Betreuung und Pflege durch Angehörige oder Freunde. Als Pflegesachleistungen werden alle pflegerischen Hilfen bezeichnet, die Zuhause von professionellen Kräften für ambulante Patienten geleistet werden. Eine kombinierte Inanspruchnahme wird als Kombinationsleistung bezeichnet.

  • Warum ersetzen die neuen Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen?

    Im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) werden die gesetzlich definierten Pflegestufen 0, 1, 2 und 3 in die neuen Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 umgewandelt. Diese Umstellung soll die Situation von pflegebedürftigen Menschen und Pflegekräften verbessern. Somit orientiert sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff nun daran, wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag bewältigen kann. Auch Menschen mit geistigen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen wird nun ein Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung ermöglicht.

  • Was passiert mit den bestehenden Pflegestufen?

    Hat eine Person bereits im Jahr 2016 Leistungen aus der Pflegekasse erhalten, werden diese weiterhin mindestens im selben Umfang zur Verfügung gestellt, dafür sorgt eine Bestandsschutzregel. Für viele Pflegebedürftige wird sich der Leistungsumfang sogar verbessern.

  • Wie hoch sind die Leistungsbeiträge der neuen Pflegestufen?

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